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Genomische Testung beim intrahepatischen Cholangiokarzinom (iCCA)

Die Einführung von Sequenziertechnologien der nächsten Generation (NGS = next generation sequencing) öffnete neue Horizonte für ein besseres Verständnis der molekularen Grundlagen des Cholangiokarzinoms und für die Identifizierung und Bewertung potenzieller neuer Therapien, die auf die molekularen Eigenschaften der Tumoren zugeschnitten werden können.1

Die hohe Häufigkeit potenziell zielgerichtet therapierbarer, genomischer Veränderungen beim iCCA unterstützt nachdrücklich die Notwendigkeit eines molekularen Profilings.2

Die Methodik ist entscheidend

Es gibt bereits eine Vielzahl molekularer Methoden zur genomischen Testung. Zu den häufigsten Untersuchungen zählen NGS und Fluoreszenz-in situ-Hybridisierung (FISH).3,4

Zwischen den beiden Methoden gibt es einige bedeutende Unterschiede:

NGS

NGS bietet bei einer Erkrankung mit vielen molekularen Zielen wie dem iCCA die Möglichkeit, eine Gewebeprobe gleichzeitig auf mehrere Veränderungen zu untersuchen. Obwohl die initial benötigte Materialmenge für NGS höher ist und die Bearbeitungszeit länger sein kann, kann die Notwendigkeit weiterer Biopsien für molekulare Tests möglicherweise ausgeschlossen werden.5-7

FISH

FISH wurde ursprünglich entwickelt, um jeweils eine spezifische, vorab festgelegte Veränderung zu identifizieren. Obwohl neuere FISH-Untersuchungen mehrere vordefinierte genetische Veränderungen nachweisen können, kann NGS zusätzliche Informationen liefern, die mit FISH nicht ermittelbar sind.3,4

Die Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO = European Society for Medical Oncology) empfiehlt bei einem fortgeschrittenen Cholangiokarzinom den routinemäßigen Einsatz von Multigen-NGS zum Nachweis genomischer Veränderungen des Grades I (z.B. IDH1-Mutationen, FGFR2-Fusionen, NTRK-Fusionen und MSI-H) nach ESCAT.8,9

Biopsietechnik

Die Biopsietechnik sollte sowohl das geplante molekulare Profiling als auch den diagnostischen Bedarf berücksichtigen:

Im Vergleich zur Materialmenge, die für eine histopathologische Diagnose erforderlich ist, wird zusätzliches Gewebe benötigt, um den aufkommenden Bedarf für ein molekulares Profiling beim iCCA zu ermöglichen.13,14

Bei der Wahl der Biopsietechnik sollte frühzeitig die Erstellung des molekularen Profilings berücksichtigt werden, einschließlich der erforderlichen Gewebeproben für den spezifisch geplanten Biomarkertest.13,14

Obwohl sie invasiver ist als die Feinnadelbiopsie, liefert die Stanzbiopsie wichtige pathologische Details über den Tumor und normalerweise genügend Gewebe für ein umfassendes molekulares Profiling.13-15

Wesentliche Unterschiede bei den Biopsietechniken

Stanzbiopsie13-15 Feinnadelbiopsie13

Vorteile

  • liefert mehr Gewebe
    • ermöglicht zusätzliche histologische und immunhistochemische Tests
    • ermöglicht ein umfassenderes molekulares Profiling
  • liefert mehr strukturiertes Gewebe
    • liefert Informationen über Zytologie und Gewebearchitektur

Vorteile

  • weniger invasiv
  • schnelle Ergebnisse
  • ist möglicherweise mit weniger Komplikationen verbunden

Berücksichtigungen

  • invasiver

Berücksichtigungen

  • liefert weniger Gewebe, sodass weitere umfangreiche Tests oder ein umfassendes molekulares Profiling oftmals nicht möglich sind

Das Gewebe sollte umgehend nach der Biopsie verarbeitet und entsprechend den spezifischen Anforderungen der ausgewählten molekularen Untersuchungen für das Profiling aufbereitet werden.5

Ein multidisziplinärer Ansatz beim inoperablen oder metastatischen iCCA könnte umfassendere Erkenntnisse über die Biologie der Erkrankung liefern sowie weitere Therapieoptionen ermöglichen.16
REFERENZEN: 1. Simile MM, et al. Medicina (Kaunas). 2019;55:42. 2. Lowery MA, et al. Clin Cancer Res. 2018;24:4154–61. 3. Dudley JC, et al. J Mol Diagn. 2016;18:124–30. 4. Hu L, et al. Biomark Res. 2014;2:3. 5. Cree IA, et al. J Clin Pathol. 2014;67:923–31. 6. Damodaran S, et al. Am Soc Clin Oncol Educ Book. 2015;e175–e182. 7. Su D, et al. J Exp Clin Cancer Res. 2017;36:121. 8. Mosele F, et al. Ann Oncol. 2020;31:1491-505. 9. Mateo J, et al. Ann Oncol. 2018;29:1895–902. 10. Jain A, et al. JCO Precis Oncol. 2018;2:1–12. 11. Silverman IM, et al. Cancer Discov. 2021;11:326–39. 12. Barr FG. Expert Rev Mol Diagn. 2016;16:921–3. 13. Wee A. J Gastrointest Oncol. 2013;4:5–7. 14. Stewart CJR, et al. J Clin Pathol. 2002;55:93–7. 15. Internationale Konsensusgruppe für hepatozelluläre Neoplasien. Hepatology; 2009;49:658–64. 16. Patel T. Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2011;8:189–200.